„In unserer Familie wurde nie schlecht über Deutsche gesprochen.“ – Kriegsüberlebender im Gespräch

8 945
2.7%
Published on 24 Jun 2020, 15:30
Am 24. Juni holt Moskau die Parade zum 75. Tag des Sieges nach. Dieses Datum ist an Wichtigkeit kaum zu übertreffen. Das betrifft vor allem jene, die die Grausamkeit des Krieges am eigenen Leib erfahren mussten.
Juri Sikojew war ein kleiner Junge in Leningrad, als der Zweite Weltkrieg begann. Er erinnert sich an die Schrecken der Leningrader Blockade. Ein Ereignis, das heute ganz klar als Kriegsverbrechen eingestuft werden muss, sticht besonders hervor.
Am 4. Juli 1941 verließ ein mit Kindern besetzter Zug Leningrad. Die Mädchen und Jungen sollten wegen des andauernden Beschusses durch die deutsche Luftwaffe aus der Stadt evakuiert werden. Darunter waren Kinder unterschiedlichen Alters, aus Kindergärten und Schulen. Auch der damals dreijährige Juri Sikojew war mit seinem älteren Bruder im Zug. Am 17. Juli traf der Zug am Bahnhof Lytschkowo ein. Am 18. Juli wurde er von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Augenzeugen schilderten den Angriff und die schrecklichen Folgen: Die Umgebung war mit abgerissenen Körperteilen von Kindern übersät. Körperteile hingen von Telegrafendrähten, Bäumen und Büschen herunter. Über den furchtbaren Vorfall wurde offiziell kaum berichtet. In den Zeitungen konnte man lediglich lesen, dass ein mit Kindern besetzter Zug am Bahnhof Lytschkowo einem feindlichen Luftangriff zum Opfer gefallen war.
Heute lebt Juri Sikojew in Berlin und sagt, dass er die Verbrechen der Nazis niemals auf alle Deutschen bezogen hat.
Diese und weitere Geschichten von Zeitzeugen findet man hier:
deutsch.rt.com/kriegstrauma


Folge "Der Fehlende Part" auf Facebook: facebook.com/derfehlendepart.r...

Folge Jasmin auf Twitter: twitter.com/jasminkosubek

Und sei auch bei Insta mit dabei! : ) instagram.com/derfehlendepart
news