Markus Söder verteidigt Grenzkontrollen | Markus Lanz vom 11. Februar 2021

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Published on 12 Feb 2021, 4:57
„Es geht hierbei um Sicherheit und Schutz“, erklärt der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Politiker Markus Söder bei dem Thema der Grenzkontrollen zu Deutschland. Für ihn wäre die Ent-scheidung richtig, dass man die Grenzen, zum Beispiel zu Österreich schärfer kontrolliert und nur Menschen einreisen lässt, die einen negativen Corona-Test vorzeigen können. Da die Virusmuta-tionen sich immer mehr und mehr verbreiten und damit das Ziel einer niedrigen Inzidenz Rich-tung 35 erreichbar bleibe, sollte jede Art einer möglichen Infektion aus dem Ausland an den Gren-zen kontrolliert werden.

Die Oberbürgermeisterin Flensburgs Simone Lange verstehe diesen Punkt und erzählt von ihrer Nähe zu Dänemark. Ihr fiele auf, dass Deutschland bei den Corona-Tests deutlich hinterher hinge. Während man bei der Einreise nach Dänemark dort überall die Möglichkeit hätte sich auf Corona testen zu lassen, sei man auf der deutschen Seite nicht so stark aufgebaut. Deutschland sei von der Strategie her eher nachverfolgend, während Länder wie Dänemark präventiv handeln.

Zudem wird die Frage diskutiert, inwiefern Schulen geöffnet werden sollten. Markus Söder wird hier mit seinem Nachbarn Österreich verglichen, die den Lockdown beendet haben und wieder in den Alltag zurückkehren. Aus seiner Sicht sei es den Bürgerinnen und Bürgern allerdings nicht zu-mutbar, andauernd zu öffnen, um dann nach drei Wochen mit einer erhöhten Infektionslage wieder zu schließen. Er findet es richtig, langfristig zu denken und will den Weg Schritt für Schritt gehen, Wechselunterricht und genaues Beobachten in den jüngeren Jahrgängen.

„Wie schützen wir aber die Menschen, die wir am meisten schützen müssten? Das überlassen wir den Krankenhäusern und Pflegeheimen ganz allein“, wirft der Epidemiologe Prof. Gérard Krause in die Diskussion ein. Die Kontaktbeschränkungen hätten seiner Zahlenlage nach einen nicht so großen Effekt auf die Infektionen bei der jüngeren Generation. Die Zahlen gehen zwar runter, doch auf die Todeszahlen hätten die Beschränkungen einen nicht so großen Effekt, da diese meist ältere Menschen in den Pflegeheimen seien. Deshalb sehe er auch ein Ungleichgewicht bei den Beschlüssen, die beschlossen worden. Die Öffnung von Friseuren stehe in keinem Verhältnis zu dem niedrigen Schutz der älteren Generationen. Auch wenn diese schon geimpft werden, sollte man mehr an sie und die Pflegerinnen und Pfleger in den Heimen, wie in den Krankenhäusern denken.

Den gesamten Talk findet ihr hier: kurz.zdf.de/SG0Yc

Weitere Gäste in der Sendung:

Corinna Milborn, Journalistin

Sie informiert direkt aus Wien über die Situation in Österreich, wo der Lockdown beendet wurde und man nun u.a. mit Selbsttests bei Schülern versucht, die Pandemie in Schach zu halten.

Kai Lanz, Gründer
Der 19-Jährige spricht über die Herausforderungen der Jugend im Lockdown sowie über sein kos-tenloses Online-Seelsorge-Angebot, das schon über 15.000 Hilfesuchende genutzt haben.
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#corona#söder#grenzen
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