Wer hilft den Pflegern in den Kliniken? | Markus Lanz vom 06. Mai 2021

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Published on 6 May 2021, 23:14
Nach gut 14 Monaten scheint es so, dass die Corona-Pandemie dem Ende zusteuert. Die Geimpf-ten kriegen zum Teil ihre Grundrechte zurück, in einigen Bundesländern könnten Sommerurlaube wieder möglich werden und die Inzidenzen sinken langsam, aber stet.
Doch ein Bereich, der immer noch hinterherhinkt, ist einer der wichtigsten während dieser Pan-demie: das Gesundheitssystem.
„Also mich stört schon seit Langem, dass das Gesundheitssystem so ist, wie es jetzt gerade ist - dass Kliniken privatisiert wurden. Also momentan sind Kliniken eigentlich eher Fabriken, wo die Ware ‚Mensch‘ hineinkommt und da wird Geld generiert bis zum letzten Atemzug“, berichtet der Intensivpfleger Ricardo Lange. Sein emotionaler Auftritt auf der Bundespressekonferenz mit Jens Spahn machte ihn bundesweit bekannt.
Seiner Meinung nach, habe der Staat bei der Unterstützung des Pflegepersonals während dieser langen Pandemie versagt und schiebt diese Schuld ganz an den Kopf des Gesundheitssystems, an Jens Spahn. Während ein Schauspieler wie Herr Liefers, der einmal etwas Kritisches sagt, von Herrn Spahn persönlich eingeladen wird, höre man nicht auf die Stimmen aus der Pflege, die tag-täglich ohne gehört zu werden arbeiten.

Dadurch, dass es einfach zu wenig Pfleger gibt, würden die Patienten zu kurz kommen. Diese Pati-enten, die dringend Hilfe brauchen, können im Moment schwer parallel betreut werden, was zur Folge hat: Vieles kann nicht bemerkt werden und Menschen sterben unnötig.
„Es wird am Mensch gespart“, wirft er dem System vor.
Die Angehörigen können sich nicht mehr richtig von ihren Lieben verabschieden und auch er selbst, der die Verstorbenen dann in schwarze Plastiksäcke einbetten muss, fühlt einen unwürdigen und unethischen Abgang der Menschen in der Klinik.

Aber nicht nur mit seelischen Problemen auf seiner Arbeit hat er zu kämpfen, denn auch mancher in der Gesellschaft sagt ‚Das seit alles quatsch’ oder ‚Er habe den falschen Beruf gewählt‘. Es sei kein Fehler der Berufswahl, sondern dass keine Hilfe von der Regierung komme.

Weitere Gäste in der Sendung:

Friedrich Merz, Politiker
Der CDU-Politiker nimmt Stellung zur Wahlkampfstrategie der Union, zu seinen persönlichen poli-tischen Ambitionen und zur Bundestagskandidatur des umstrittenen Hans-Georg Maaßen.

Nicole Diekmann, Journalistin
Die Korrespondentin des ZDF-Hauptstadtstudios analysiert die Gründe für die massiv eingebrochenen Umfragewerte der Union. Und sie spricht über ihr Buch „Die Shitstorm-Republik“.

Prof. Claudia Kemfert, Ökonomin
Die Energieökonomin äußert sich zur geplanten Klimaschutz-Novelle und zur Umweltpolitik von CDU/CSU. Sie meint: „Wenn man Klimaschutz klug macht, tut es nicht weh, sondern gut.“

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#hilfe#pflege#corona
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