Putin zum NATO-Raketenschirm in der EU: Wir stationieren ja auch keine Raketen auf Kuba

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Published on 14 Jun 2021, 11:00
Der russische Präsident Wladimir Putin mahnte kurz vor seinem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in einem Interview für das Magazin "Moskau. Kreml. Putin", das der staatliche Fernsehsender Rossiya-1 am Sonntag ausstrahlte, dass es sehr wichtige Themenfelder gebe, bei denen Russland und die USA an stabilen, bilateralen Beziehungen interessiert sein sollten.

Neben Rüstungskontrolle sei auch die Cybersicherheit eines der brennenden Themen.

„Aber die Frage der Cybersicherheit ist heute eine der wichtigsten. Weil Abschaltungen ganzer Systeme hier zu sehr ernsten Konsequenzen führen. So etwas ist durchaus möglich“, so Putin.

Auch kritisierte der russische Präsident die NATO-Aufrüstung vor den russischen Grenzen und gezielt die Raketenschild-Stationen in Polen und Rumänien.

„Wir haben ja in keinem der Bereiche, über die wir gerade gesprochen haben, einen einzigen Schritt getan, der die Situation verschärfen würde. Wir sprechen hier über Sicherheitsfragen, über diese roten Linien, über die mögliche Stationierung aller Arten von Kampfsystemen von Raketen, Angriffen und so weiter. Ich habe also über Polen und Rumänien gesprochen. Dort werden bereits Raketen-Systeme stationiert und man kann sie in sogenannte Schock-Komplexe stecken. Aber wir haben unsere Militärbasis aus Kuba abgezogen. Wir tun dies nicht. Aber unsere Partner tun genau das, leider. Also, ich hoffe sehr, ich hoffe, dass dieses persönliche Treffen, ich wiederhole es noch einmal, zumindest die Voraussetzungen dafür schafft, dass wir solche Probleme besprechen können."


Auf die Frage nach den neuen Vorwürfen der Vereinigten Staaten gegen den Kreml bei Cyberangriffen sagte Putin, dass Russland "damit nichts zu tun hat und nie etwas zu tun hatte."

Wladimir Putin wies auch auf wirtschaftliche Beziehungen hin, dessen negative Beeinflussung durch Sanktionen und Restriktionen keinem der beiden Länder helfe.


"Übrigens gibt es auch ein gegenseitiges Interesse auf dem Gebiet der Wirtschaft. Viele amerikanische Firmen wollen in unserem Land arbeiten. Sie ziehen sich nach und nach aus unserem Markt zurück, sie machen Platz für die Konkurrenz. Ist das wirklich vorteilhaft für die amerikanische Wirtschaft? ", sagte Putin.

Er hoffe, dass das Treffen am Ende zu etwas führt und nicht umsonst war:

„Und es gibt so viele gemeinsame Themen. Wenn wir nach diesem Treffen Mechanismen für die Arbeit in all diesen Bereichen schaffen, denke ich, wäre es gut, man könnte sozusagen sagen, dass das Treffen nicht umsonst war.“

US-Präsident Joe Biden sagte am Sonntag auf einer Pressekonferenz am Ende des G7-Gipfels, dass die USA keinen Konflikt mit Russland suchen und fügte hinzu, dass die Beziehungen zwischen den Ländern einen "Tiefpunkt" erreicht haben. Das Treffen der Präsidenten von Russland und den Vereinigten Staaten ist für den 16. Juni in Genf in der Villa La Grange geplant.

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