Drittimpfung: Geschäfte mit Corona-Impfungen?! | Possoch klärt | BR24

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Published on 16 Sep 2021, 13:59
Drittimpfung, Auffrischungsimpfung oder „Booster“-Impfung: Das ist jetzt bei Corona angesagt. Zum Schutz vor Covid-19. Seit September impfen die ersten Bundesländer Menschen in Pflegeheimen und über 80-Jährige. Die sind Anfang des Jahres geimpft worden. Und jetzt lässt der Schutz nach. Nach sechs Monaten die Drittimpfung. Heißt das: Wir alle brauchen jetzt nach sechs Monaten einen weiteren Piks, um das Immunsystem zu stärken? Also gibt’s bald auch Viert-, Fünft- und Sechst-Impfungen? Um auch ja einen Lockdown zu verhindern? Freut sich da Big Pharma schon? Wer verdient eigentlich wie gut daran? Possoch klärt!

INHALT
00:00 Drittimpfung nach sechs Monaten
00:53 Impfstoffforscher Sander: Drittimpfung wirklich nötig?
02:10 Impfschutz lässt mit der Zeit nach
04:06 Bald auch vierte, fünfte, sechste Impfung nötig?
05:39 WHO fordert Stopp von Drittimpfungen
06:15 Das Geschäft mit den Auffrischungsimpfungen
07:07 Jedes Jahr eine Corona-Impfung wie bei der Grippe?
08:35 Ohne Hersteller auch kein Impfstoff

Die Drittimpfung, Auffrischungsimpfung oder auch „Booster“-Impfung soll das Immunsystem stärken, zum Schutz vor Covid-19. Doch erst einmal nur bestimmte Gruppen. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Impfungen mit BioNTech/Pfizer und AstraZeneca zwar gut schweren Verläufen vorbeugen, aber der Schutz vor Infektionen zurückgeht, seitdem die Delta-Variante vorherrscht.
„Prinzipiell kommt natürlich jeder, der vollständig geimpft ist, für eine Auffrischungsimpfung in Frage“, sagt Prof. Dr. Oliver Kurzai vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Wer aber genau von der Drittimpfung profitiere, das könne man im Moment noch nicht sagen. Die meisten aktuellen Diskussionen kämen zu dem Ergebnis, dass die Impfung erst einmal für Menschen mit besonderem Risiko, schwer an Corona zu erkranken, sinnvoll wäre, fährt der Professor fort. „Und das ist die Risikoaltersgruppe ab 80 Jahren sicher, ab 70 Jahren wahrscheinlich und vielleicht ab 60 Jahren in manchen Fällen. Da diskutieren wir gerade darüber, weil Daten fehlen“, so Kurzai.
Generell gilt: Zwischen der zweiten und der dritten Impfung muss mindestens ein Abstand von sechs Monaten liegen. Eine frühere Impfung würde wissenschaftlich keinen Sinn ergeben, meint Prof. Dr. Oliver Kurzai. „Auffrischungsimpfungen nach zwei oder drei Jahren werden genauso wirksam sein wie die nach sechs Monaten. Wir wissen noch nicht, wann der richtige Zeitpunkt ist. Aber man verpasst auch nichts, wenn man jetzt wartet, bis zuverlässige Daten da sind“, so der Würzburger Professor.
„Es gibt keinen Menschen und keinen Antikörpertest der Welt, der Ihnen sagen kann - ja, sie brauchen eine dritte Impfung oder nein, sie können noch warten“, meint Kurzai. Eine schützende Immunantwort zu messen, sei im Moment nicht möglich. Man könne viel voraus, aber nicht Sicheres sagen. Deshalb könne man auf der Basis eines Antikörpertests die Entscheidung einer Drittimpfung nicht treffen, so der Professor. Ein Antikörpertest ist ein Test, der Antikörper nachweist. Antikörper sind Moleküle, die sich überall in unserem Körper befinden und die zu unserer Immunabwehr gehören. Diese sind in der Lage, zum Beispiel Erreger, Viren und andere potenziell feindliche Moleküle zu binden und zu inaktivieren.
Eine einheitliche Regelung gibt es noch nicht. Vorwiegend sollen nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums Hausärzte die Auffrischungsimpfung verabreichen. Zusätzlich sollen die mobilen Teams der Impfzentren zum Einsatz kommen. So zum Beispiel auch im Landkreis Kitzingen in Unterfranken: Dort gibt es einen mobilen Impfbus.

Die im Video angesprochene Studie „Zoe Covid“:
covid.joinzoe.com

Weiterführende Links zum Thema Drittimpfungen bei Corona:
br.de/nachrichten/bayern/was-s...
br.de/nachrichten/deutschland-...
rnd.de/gesundheit/corona-boost...
tagesschau.de/wirtschaft/impfs...
aerzteblatt.de/nachrichten/126...

Presenter: Dominic Possoch
Videoproduktion: Simon Bachhuber
Grafik: Multimedia Design
Recherche und Text: Dominic Possoch, Adrian Dittrich
Redaktion BR24: Hendrik Loven
© BR24

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