Baerbock: "Auf jedes Dach eine Solaranlage" | Klartext mit der Grünen-Kanzlerkandidatin

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heute journal vom 16.09.2021
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heute 19:00 Uhr vom 21.10.2021
Published on 16 Sep 2021, 20:47
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock stellt sich in der ZDF-Sendung "Klartext" den Fragen der Bürgerinnen und Bürgern. Unter anderem zu den Themen Klimawende, Migrationspolitik und Corona.

Die wichtigsten Aussagen der Grünen-Kanzlerkandidatin:

Über Klimapolitik
"Zwei Prozent der Emissionen in Deutschland, damit werden wir das Weltklima allein nicht retten. Aber wir als Europäer sind als Europäische Union gemeinsam mit den USA die zweit und drittgrößten Emittenten weltweit.

Deshalb möchte ich als nächste Bundesregierung dafür sorgen, dass wir als Europa gemeinsam mit der neuen US-Administration eine gemeinsame transatlantische Allianz für Klimaneutralität bilden.

Über das Sterben landwirtschaftlicher Betriebe
"Wir wollen regionale und Bio-Produkte stärken. [...] Was wir tun wollen: faire Handelsverträge und vor allen eine EU-Agrarförderung, die dafür sorgt, dass nicht mit der Gieskanne Fördermittel verteilt werden, sondern an Landwirte und Kleinbauern vor Ort."

Über den Ausbau der erneuerbaren Energien
"Mein konkreter Vorschlag ist, zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft zu nutzen. Was bedeutet, dass im Süden und im Westen ordentlich Windkraft nachgebaut werden muss, wo wir in Brandenburg fast schon bei dieser Zahl sind. Weil wenn wir aus der Kohle aussteigen wollen, brauchen wir alternative Energien."

"Unsere ganz konkreten Vorschläge: Auf jedes Dach eine Solaranlage drauf und vor allem für die Industrie mit Blick auf Wasserstoff massiv ermöglichen, dass die auch klimaneutral produzieren können. Und diese Weichen müssen alle in den nächsten vier Jahren gestellt werden."

Über den möglichen Anstieg von Spritpreisen und die Folgen
"Nichtsdestotrotz: Ich bin selber auf dem Land groß geworden. Ich weiß, da braucht man das Auto. Das heißt deswegen, dass wir die 16 Cent über die nächsten Jahre erhöhen wollen, um deutlich zu machen: Wir brauchen einen Umstieg auf saubere Autos.

Das heißt, diejenigen, die nicht so viel Geld haben, die zu unterstützen, auf Elektroautos zu wechseln mit einer Kaufpreisprämie von 9.000 Euro und den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, dass in ländlichen Regionen jede Stunde der Bus kommt und vor allen Dingen Bahnstrecken reaktiviert werden."

Über die Plagiatsvorwürfe in ihrem Buch
"Ich habe ein Buch geschrieben, wie wir dieses Land erneuern mit vielen, vielen Ideen, die ich in den letzten Jahren gelesen, gehört habe, mir Notizen gemacht habe und das alles mit ins Buch integriert und deutlich gemacht, wie wir Deutschland verändern wollen. Und ja: Hätte an den Stellen deutlich machen müssen, wem diese Idee gekommen ist und das überarbeite ich nun gründlich, weil das war ein großer Fehler."

Über Bildungsgerechtigkeit
"Wenn jedes Kind das gleiche Recht haben soll, gut zur Schule zu gehen, in der ersten Klasse sind alle Kinder da, das ist eine Riesenchance, wir erreichen jedes Kind. Und das ist für mich eine sozialpolitische Frage. Wie finanziert man das? Ich will das über das Sozialgesetzbuch finanzieren als Teilaufgabe von sozialen Aufgaben."

Über den Umgang mit Corona und Long-Covid-Patienten
"Das ist eine Erkrankung, um die wir uns als Gesellschaft kümmern müssen, die Reha-Möglichkeiten weiter auszubauen, zu finanzieren für all diejenigen, die an Covid erkrankt sind, in den Forschungsbereich deutlich mehr zu investieren. [...] Alle müssen sich impfen lassen. Wir müsse dazu kommen, dass deutlich über 80 Prozent geimpft werden in der Bevölkerung, damit wir diese Pandemie in den Griff bekommen."

Über Geschlechtergerechtigkeit
"Wir sind bei der Gleichberechtigung auch im Jahr 2021 nicht da, wo wir sein sollten. Was ist mein wichtigstes Gleichstellungsthema? Endlich dafür zu sorgen, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden für die gleiche Tätigkeit. Und gerade in sozialen Berufen, in der Pflege, in der Kita wo viele Frauen arbeiten, endlich für höhere Löhne zu sorgen."

Über den Umgang mit Abschiebungen nach Afghanistan
"Die Abschiebungen nach Afghanistan müssen gestoppt und ausgesetzt werden. Menschen, die hier leben, können nicht in der Unsicherheit sein, […] dass sie fürchten, dass sie irgendwann in ein Land müssen, wo die Taliban an der Regierung sind. Deshalb bin ich da für einen konsequenten Abschiebestopp."

Über eine mögliche Rentenreform in Deutschland
"Mein Vorschlag ist, dass wir die Garantierente so erhöhen, dass man mindestens 1.200 Euro bekommt und nicht aufstocken muss, obwohl Sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben.
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