BUNDESTAGSWAHL: Nach TV-Triell - Auf was Baerbock mit der Union anstößt, wird Scholz nicht gefallen

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Published on 20 Sep 2021, 17:45
Noch einmal treffen Scholz, Baerbock und Laschet zum Dreikampf aufeinander. Diesmal sind sich zwei einig, den Dritten in die Opposition schicken zu wollen. In einer Blitz-Umfrage gibt es erneut einen klaren Sieger.

Sieben Tage vor der Bundestagswahl haben die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen beim letzten TV-Triell die Wähler zu mobilisieren versucht. Erneut schlug sich nach einer Blitz-Umfrage unter Zuschauern SPD-Bewerber Olaf Scholz am besten. Auffällig in dem Schlagabtausch bei ProSieben, Sat.1 und Kabeleins: Scholz übte sich immer wieder im Schulterschluss mit den Grünen, während Unionskandidat Armin Laschet von Scholz und der Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock in die Zange genommen wurde.

In der noch am Abend veröffentlichten Blitz-Umfrage stimmten auf die Frage, wer alles in allem das TV-Triell gewonnen habe, 42 Prozent für Scholz. Auf Platz zwei landete Laschet mit 27 Prozent. Baerbock von den Grünen kam auf 25 Prozent. Thematisch dominierten Mindestlohn, Hartz IV, Klimaschutz, Corona und innere Sicherheit. 

Dabei zeigte Baerbock in der Sozialpolitik Schnittmengen mit Scholz auf. Beim grünen Kernthema Klimaschutz warf sie Scholz und Laschet als den Vertretern der großen Koalition Tatenlosigkeit vor. «Wenn wir jetzt nichts tun, dann wird es in Zukunft unbezahlbar.» Erneut stritten Baerbock und Laschet über die Bedeutung eines Verbots umweltschädlicher Technologien – für sie eine notwendige politische Leitplanke, aus seiner Sicht eine Innovationsbremse. «Ich frage mich, was mit Ihnen eigentlich los ist, Herr Laschet», gab sich Baerbock entgeistert.

Insgesamt wirkte Baerbock ruhig und gut sortiert. Gezielte Stiche setzte sie insbesondere gegen Laschet. «Können Sie mal bitte bei den Fakten bleiben?», forderte sie den CDU-Chef in der Neuauflage einer Debatte aus dem vorigen Triell um das Hartz-IV-System auf. Erneut setzte Baerbock neben der Klimapolitik Akzente vor allem im Sozialen – immer wieder verwies sie auf die schwierige finanzielle Lage alleinerziehender Eltern und auf Kinderarmut. Und wie ist das mit Jamaika oder Schwarz-Grün nach der Wahl? Baerbock äußerte sich skeptisch zu einem möglichen Bündnis mit der Union. Aus ihrer Sicht sei es Zeit, «dass die Union in die Opposition geht». Das sagte Scholz zuvor ähnlich.

Nach dem TV-Triell stieß die Spitzenkandidatin der Grünen sowohl mit Olaf Scholz als auch mit den Kollegen der Union an. Als Baerbock im Kreise der Union ihr Glas hochhielt, prostete ihr ein CDU-Anhänger "Auf Jamaika!" zu. Alle fingen an zu lachen. In dem Moment war das sicherlich als Scherz gemeint. Nach der Bundestagswahl wissen wir, ob es dabei bleiben wird.

#triell #bundestagswahl2021 #baerbock

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