Kevin Kühnert: Geheimer Strippenzieher der SPD? | Markus Lanz vom 14.10.2021

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Published on 15 Oct 2021, 8:33
Längere Zeit war es ruhiger um den frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Kevin Kühnert der SPD. In seiner Zeit als Juso-Vorsitzender standen seiner Kommentare über die SPD - sowohl positives, als auch negatives - stärker im Mittelpunkt. Seit er den Vorsitz im Januar 2021 abgegeben hat, hat seine Laufbahn einen neuen Weg genommen.

Ein Blick in seine Vergangenheit lohnt sich laut Journalistin Helene Bubrowski dennoch , denn bei der einen oder anderen Gelegenheit konnte man sehen, dass Kühnert im Verborgenen ein Strippenzieher der SPD gewesen sei. Damit meint sie unter anderem den Kampf um den Vorsitz der SPD im Jahr 2019. Angetreten waren damals Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gegen den jetzigen Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und Klara Geywitz. Kühnert habe in dieser Periode viel Zeit damit verbracht, das Duo Esken und Walter-Borjans sowohl auf den Kampf vorzubereiten. Für Kühnert sei es laut Bubrowski ein klarer Schritt gewesen, denn er selber als relativ linker Teil der SPD hätte mit Olaf Scholz hier und da einige inhaltliche Probleme gehabt.

Dass Kevin Kühnert in seiner Vergangenheit nicht immer auf dem Friedenspfad mit Scholz gewesen ist, leugnet er bei Markus Lanz nicht: „In dieser Phase vor der Stichwahl, insbesondere oder im Rennen um den Parteivorsitz, auch wenn es mir tatsächlich um die beiden, die dann Vorsitzende geworden sind, gegangen ist - und um deren Programm - da ist auch von mir und von den Jusos mitunter ungerecht mit Olaf Scholz umgegangen worden.“

Doch nach dieser Phase habe man sich innerhalb der SPD wieder angenähert und das habe zum Ergebnis der Bundestagswahl geführt. Kühnert betont, er habe 2019 im Kampf um den Parteivorsitz zusammen mit den Jusos das Duo Esken und Walter-Borjans unterstützt, um die jetzige Trennung zwischen Parteivorsitz und Kanzlerkandidaten zu ermöglichen. Dadurch hätte man für die SPD eine ausgewogenere Teilung der Macht, was der CDU zum Beispiel durch Armin Laschet als Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten geschadet hätte.

Den gesamten Talk findet ihr hier: kurz.zdf.de/SVu

Weitere Gäste in der Sendung:

Bijan Djir-Sarai, Politiker
Der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion erläutert die Folgen des Bundeswehr-Truppenabzugs in Afghanistan.

Tankred Stöbe, Arzt
Für „Ärzte ohne Grenzen“ war er im September in Afghanistan. Der Mediziner warnt, dass das Land gegenwärtig auf eine humanitäre Katastrophe zusteuert.

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#lanz #kühnert #spd
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