Militärputsch im Sudan: Premier festgesetzt

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Published on 25 Oct 2021, 11:06
Im Sudan ist es zu einem erneuten Putsch durch das Militär gekommen. Regierungschef Abdallah Hamdok sei von Angehörigen des Militärs an einen unbekannten Ort verschleppt worden, hieß es in einer Mitteilung auf der offiziellen Facebook-Seite des Informationsministeriums. Offenbar habe sich Hamdok geweigert, den Putsch in einer Erklärung öffentlich zu unterstützen und die sudanesische Bevölkerung aufgerufen, "am Frieden festzuhalten und die Straßen zu besetzen". Die Armee habe Internetverbindungen abgeschaltet und Brücken gesperrt, teilte das Ministerium weiter mit.

Aus der Hauptstadt Khartum werden Feuergefechte gemeldet. Der Gewerkschafts- und Berufsverbändebund Sudanese Professionals Association und die größte Partei des Landes riefen zum Widerstand gegen das Militär auf.

In den vergangenen Wochen hatten die Spannungen zwischen dem Militär und dem zivilen Teil der Regierung zugenommen. Bereits im September kam es zu einem Putschversuch von Militäroffizieren, der allerdings scheiterte.

Der freie Journalist und Sudan-Experte Tobias Simon sagte auf tagesschau24, das Militär habe nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung, seit die Militärführung unter Ex-Machthaber Omar al-Baschir 2019 abgesetzt wurde. Dennoch ist Premier Hamdok bei der Bevölkerung in Ungnade gefallen, da er im Zuge von Verhandlungen mit dem IWF die Subventionen für Benzin abschaffte. Dies hatte schon seit Wochen zu Protesten in der Bevölkerung geführt.

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