BÄRBEL BAS: Antrittsrede der neuen Bundestagspräsidentin

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Published on 26 Oct 2021, 14:15
Zum dritten Mal in der Geschichte des Bundestags steht eine Frau an der Spitze des Parlaments. Die SPD-Politikerin Bas bekam eine breite Mehrheit. Auch insgesamt könnte das Präsidium deutlich weiblicher werden.

Berlin (dpa) - Die SPD-Politikerin Bärbel Bas ist neue Präsidentin des Bundestags. Die Gesundheitspolitikerin und bisherige stellvertretende Fraktionsvorsitzende erhielt am Dienstag in der konstituierenden Sitzung des Parlaments eine breite Mehrheit. 576 von 724 Abgeordneten stimmten für sie. Die 53-Jährige löst damit Wolfgang Schäuble (CDU) im Amt ab und leitet unter anderem künftig die Bundestagssitzungen. Bas nahm die Wahl «von Herzen gerne» an, wie sie sagte, und übernahm die Sitzungsleitung.

Bundestagspräsidentin ist hinter dem Bundespräsidenten und noch vor dem Bundeskanzler eins der ranghöchsten Ämter im Staat. Das Amt wird für gewöhnlich von der größten Fraktion im Parlament besetzt, fällt nach der Bundestagswahl jetzt also der SPD zu. Die Sozialdemokraten hatten um die Personalie jedoch heftig gerungen, weil sie unbedingt eine Frau aufstellen wollten. Bas ist nun erst die dritte Frau in diesem Amt in der Geschichte des Bundestags.

Die 53-Jährige hatte 2019 den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach als Fraktionsvize abgelöst, als dieser für den Parteivorsitz kandidierte. Nach außen hin trat die gelernte Personalmanagerin seitdem eher ruhig auf, profilierte sich aber in der Corona-Krise. Bei der Bundestagswahl verteidigte die SPD-Linke ihr Direktmandat im Wahlkreis Duisburg I.

Nicht nur durch Bas an der Spitze wird das Bundestagspräsidium in dieser Legislaturperiode voraussichtlich deutlich weiblicher: Auch mehrere der Vize-Posten, die jeder Fraktion zustehen, sollen von Frauen besetzt werden. Einzig FDP und AfD nominierten Männer als Bundestagsvizepräsidenten.

Über Bärbel Bas:
1968 in Walsum - heute Duisburg - geboren, vertritt die gelernte Personalmanagerin ihre nordrhein-westfälische Heimatstadt seit 2009 im Bundestag. Seit 2019 ist die frühere Betriebsrätin, die dem linken Parteiflügel angehört, eine von sieben Stellvertreterinnen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich. Als Expertin für Bildung, Forschung und Gesundheit folgte Bas auf den seit Beginn der Corona-Pandemie medial allgegenwärtigen Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der 2019 für den SPD-Parteivorsitz kandidierte.

«Alles das, was wir jetzt tun wollen, muss auf die Generation von morgen ausgerichtet sein», erklärt die 53-Jährige eine der Leitlinien ihrer Politik. «Chancengerechtigkeit und Soziale Sicherheit sind wichtige Bestandteile für ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft», schreibt die «politische Allrounderin» auf der Webseite der Fraktion. Neben der Gesundheitspolitik lägen ihr die Themen Rente, Arbeitsmarkt und Soziales daher besonders am Herzen.

Bas, die 1985 als Bürogehilfin bei den Duisburger Verkehrsbetrieben angefangen hatte, trat 1988 in die Partei ein. Im Rat der Stadt Duisburg engagierte sie sich vor allem in der Jugend- und Gesundheitspolitik. Von 2013 bis 2019 war Bas Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion.

Dass die mit fünf Geschwistern aufgewachsene Sozialdemokratin aus dem Ruhrgebiet trotz steiler Parteikarriere bodenständig geblieben ist, verrät ihre Webseite. Dort bekennt sie ihre Leidenschaft für Fußball, die Toten Hosen und eines ihrer Lieblingsgerichte: Currywurst, Pommes, Mayo.

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