CORONA-IMPFUNG: Zertifikate sollen begrenzt gültig werden – Kinder-Impfungen sind nicht die Lösung

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Published on 26 Nov 2021, 15:15
Die EU-Kommission schlägt eine begrenzte Gültigkeit digitaler EU-Impfpässe vor, um noch schärfere Reiseregeln innerhalb der Europäischen Union (EU) im nächsten Jahr zu verhindern. Die Brüsseler Behörde plädierte am Donnerstag im Kampf gegen die Corona-Pandemie für eine Geltungsdauer des digitalen EU-Impfzertifikats von neun Monaten. Ohne den Nachweis einer Booster-Impfung nach Ablauf dieser Frist würde das Dokument seine Gültigkeit verlieren. Mit der Empfehlung will die Kommission die Reisefreiheit in der EU gewährleisten und ein einheitliches Vorgehen der Mitgliedstaaten fördern. Wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Corona-Infektionen in etlichen EU-Staaten wuchs zuletzt die Furcht vor neuen Reisebeschränkungen.

Europa ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut zum Epizentrum der Corona-Pandemie geworden. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus wies darauf hin, dass in der vergangenen Woche mehr als 60 Prozent aller neuen Corona-Infektionen und -Todesfälle in Europa verzeichnet worden seien.

Kinder- und Jugendmediziner warnen vor überzogenen Erwartungen an die Corona-Impfung für Kinder ab fünf Jahren. «Es wäre falsch, den Druck auf diese Gruppe zu erhöhen, da sie kein Treiber der Pandemie ist», sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). Dies seien weiterhin die ungeimpften Erwachsenen.

Er warne die Politik davor, «im Kampf gegen Corona zu sehr auf Impfungen der Fünf- bis Elfjährigen zu setzen». Infizierte Kinder seien weniger ansteckend und erkranken auch selbst nur sehr selten schwer an Covid-19. Fischbach äußerte die Hoffnung, dass die Politik nicht wieder Druck auf die Ständige Impfkommission (Stiko) ausübe, rasch eine Empfehlung für Corona-Impfungen ab fünf Jahren auszusprechen. Stattdessen müsse der Druck auf die ungeimpften Erwachsenen erheblich erhöht werden.

Er gehe davon aus, dass es von der Stiko zunächst nur eine Empfehlung für Kinder mit schweren Vorerkrankungen geben werde, so Fischbach. Die europäische Arzneimittelagentur EMA hatte am Donnerstag den Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe EU-weit zugelassen. Die Stiko will ihre Empfehlung bis Jahresende abgeben.

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